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So soll der Solarpark Inden aussehen, wenn die gut 16.000 Photovoltaik-Elemente montiert sind. (Foto: SkyRobot, Gebr. Kubbat)

Präzisionsarbeit in Serie baut Solarpark Inden

Auf der größten Baustelle in der Region werden bis Mitte November insgesamt 16.236 Solarmodule installiert. In zwei Wochen wird schon eingespeist.

Inden. Volker Reifferscheid ist ein Dirigent von der eher rustikalen Sorte. Er hantiert auch nicht mit dem Taktstock, sondern ist auf der Baustelle des neuen Solarparks in Inden dafür verantwortlich, dass die Planungen seines Arbeitgebers, der F&S solar concept aus Euskirchen, umgesetzt wird.

„Wir schaffen rund 1000 bis 1200 Module pro Tag“, nennt der Bauleiter als Takt, den der Verbund aus drei ausführenden Firmen auf die ehemalige Kreismülldeponie an der L 241 trommelt. Mit einer Länge von rund 700 Metern und einer Breite zwischen 200 und 300 Metern dürfte der sanft gerundete Rücken des Müllbergs derzeit nicht nur die flächenmäßig größte Baustelle im Kreis wenn nicht in ganz Nordrhein-Westfalen sein, sondern auch absolutes High-Tech-Gebiet. Stapelweise sind Kartons mit den 0,99x1,64 Meter großen Solarmodulen vom chinesischen Fabrikanten CSG über die Baustelle verteilt, die von Gräben durchzogen wird, in die Kabel für die Verbindungen und Installationen innerhalb des Parks und den Anschluss ans öffentliche Stromnetz verlegt werden.

3,9 Megawatt Spitzenleistung

Alle Fäden laufen bei Volker Reifferscheid zusammen, der optimistisch ist, dass in zwei Wochen der erste Teilbereich des Parks mit einer Spitzenleistung von 3,9 Megawatt erstmals ans Netz angeschlossen werden kann und Strom einspeist, der absolut umweltfreundlich aus der Kraft der Sonne gewonnen worden ist. Derzeit sind die Module trotz strahlendem Sonnenschein zum Leerlauf verdammt, denn die Wechselrichter, die den Gleichstrom der Module erst in steckdosentauglichen Wechselstrom verwandeln, sind noch nicht geliefert worden. Auch die Lieferung der Transformatoren, von denen später eine 20 kV-Leitung die rund 500 Meter zum Einspeisepunkt in Frenz überbrückt, steht noch aus.

42 Monteure bauen Solartische

Gleichwohl haben die 42 Monteure, die Bauleiter Reifferscheid dirigiert, reichlich zu tun. Im hinteren Teil des Parks werden die letzten der insgesamt 136 Reihen eingerichtet. Ein so genannter Solartisch ist wie folgt aufgebaut: Die Basis bilden 2,40 Meter lange, verzinkte Pfosten, die an der Unterseite ein Gewinde haben, so dass sie von einer mobilen „Schraubmaschine“ 1,30 m tief in den Deponiekörper gedreht werden können. Die Pfosten erhalten Adapter-Köpfe, die mit Querschienen verbunden werden, auf denen die Solarmodule zu verschrauben sind.Ein Monteur-Trio ist dabei, die immer gleichen Bewegungen auszuführen: Modul anheben, auf die Schienen legen, ausrichten, festschrauben. Präzisionsarbeit in Serie. Mit elf Modulen ist ein Tisch fertig. Die Konstruktion ist genau nach Süden ausgerichtet und zwar so, dass die Module in einem Winkel von 30 Grad zur Sonne stehen. Das garantiert einen optimalen Stromertrag der blau schimmernden Sonnenkacheln.

Unter solch einem Tisch sind noch 80 Zentimeter Platz, damit das regelmäßige Mähen der Fläche zwei- bis dreimal im Jahr problemlos möglich ist. Weitere Wartungsarbeiten sind nicht notwendig. Eine Fernüberwachung des Parks ist übers Internet möglich, wobei Störungen – auch einzelner Module – angezeigt werden. Zudem erlaubt es solch eine Freiflächenanlage wie die, die in Inden im Bau ist, bei Störungen leicht an alle Komponenten zu gelangen.

Auf 20 Jahre berechnet

Da der Solarpark allen Witterungseinflüssen und übers Jahr auch großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, bestehen Schienen und Schrauben durchweg aus langlebigem Edelstahl. Die Einspeisevergütung für den vom Park produzierten Strom wird übrigens für 20 Jahre garantiert, doch dessen Lebensdauer dürfte deutlich höher liegen. Der hier „geerntete“ Sonnenstrom reicht bei entsprechender Einstrahlung aus, um bis zu 1000 bis 1200 Haushalte zu versorgen. Volker Reifferscheid, der kommende Woche noch zehn weitere Monteuere auf der Baustelle begrüßt, geht davon aus, dass die Arbeiten bis Mitte November beendet sind.

Kontingent fürs „S-Energiesparen“ wird aufgestockt

Die Sparkasse Düren unterstützt die RurEnergie GmbH nicht nur als Gesellschafter. Parallel zur Errichtung des Solarparks legte das Kreditinstitut das „S-Energiesparen“ als Sonderanlageform auf.

„Die Nachfrage war so groß, dass der Vorstand nun beschlossen hat, das Kontingent um weitere drei Millionen Euro zu erhöhen“, bestätigt Vorstandsmitglied Udo Zimmermann das anhaltende Interesse an dieser „grünen“ Sparanlage.

Informationen zum „S-Energiesparen“ mit bis zu 5% Zinsen gibt es in allen Geschäftsstellen der Sparkasse Düren und unter www.sparkasse-dueren.de

Quelle: Aachener Zeitung - Von Antonius Wolters